Wilder / Tschechow – 3 Einakter

Produktion

Königinnen von Frankreich (Queens of France)
Komödie von Thornton Wilder (Erstveröffentlichung 1931) / Deutsch von Herberth E. Herlitschka
Es läutet an der Tür (A Ringing of Doorbells)
Komödie von Thornton Wilder / Deutsch von Peter Stephan Jungk
Das Jubiläum
Schwank von Anton Tschechow (entstanden 1891) / Deutsch von Gudrun Düwel

Galerie

Spielorte: Effretikon, Zürich und Winterthur
Spieldaten: September, Oktober 2011

Die Königinnen von Frankreich

Mitwirkende
Marie-Sidonie Cressaux: Marion Hüsser
Mademoiselle Pointevin: Paula Furrer
Madame Pugeot: Ursi Müller
Monsieur Cahusac: Gérold Roth
Regie: Peter Rothlin

Stückinhalt
Eine Advokatur in New Orleans im Jahre 1869. Monsieur Cahusac, ein schmieriger Winkeladvokat, hat ein offenbar ertragreiches Geschäftsfeld entdeckt. Seit geraumer Zeit versucht er wohlhabenden Frauen weiszumachen, sie seien die legitimen Nachfahren des verschollenen französischen Thronfolgers, der während der Revolution aus Paris fliehen musste, und damit die wahrhaftigen Königinnen von Frankreich. Für die Nachforschungen und die offizielle Bestätigung des Titels braucht es natürlich Geld, viel Geld, das allerdings durch die Ehre und das erwartete Erbe um ein Mehrfaches übertroffen wird. Die Verlockung ist darum sehr gross …
Aufführungsrechte: Deutscher Theaterverlag GmbH, DE Weinheim

Es läutet an der Tür

Mitwirkende
Mrs Beattie: Claudia Bolliger
Daphne, Tochter von Mrs Kinkaid: Christina Hauser
Mrs. Kinkaid, Besucherin: Sabine Knüppel
Mrs. McCullum, Haushälterin: Ursi Müller

Regie: Mägie Kaspar
Regieassistenz: Melissa Dupalo

Stückinhalt
1956 schrieb Wilder eine Serie von Einaktern und begann damit ein ambitioniertes Projekt: in zwei Zyklen von jeweils sieben Stücken sollten die sieben Todsünden (The Seven Deadly Sins) und die sieben Lebensalter des Menschen (The Seven Ages of Man) dargestellt werden.
Das Thema dieses Einakters ist der Neid als eine der sieben Todsünden. Eine reiche Frau und ihre Bedienstete erwarten den Besuch eines betrügerischen Mutter/Tochter-Duos, dessen Spezialität es ist, Witwen von Kriegsveteranen auszunehmen. Die Bitterkeit des Alters trifft auf die Eifersucht und Frustration der Jugend in dieser überraschenden und spannenden Geschichte.
Aufführungsrechte bei Deutscher Theaterverlag GmbH, DE Weinheim

Das Jubiläum

Mitwirkende
Bankangestellter: Mario Bertschi
Nastassja Mertschutkina: Claudia Bolliger
Tatjana Alexejewna, Frau von Schiputschin: Eleanor Büchler
Bankrat: Fabrizio Nardone
Buchhalter Kusma Chirin: Gérold Roth
Schiputschin Andrej, Bankdirektor: Robin Sauser

Regie: Adi Patscheider

Stückinhalt
Bankdirektor Schiputschin und Buchhalter Chirin bereiten sich auf die Jubiläumsfeier einer Privatbank in einer russischen Stadt vor. Nervosität und feierliche Vorfreude wechseln einander ab. Der Vortrag für die Generalversammlung ist noch nicht ganz fertig. Es ist noch Einiges zu tun, der Zeitplan ist festgelegt. Es gibt keine Zeit zu verlieren. Beide Herren möchten konzentriert ihre Termine absolvieren. Doch dann kommt alles ganz anders…
Aufführungsrechte bei HARTMANN & STAUFFACHER GmbH, Verlag für Bühne, Film, Funk und Fernsehen, DE Köln

Zu den Autoren

Thornton Wilder, geboren 1897 in Madison, Wisconsin, wurde streng calvinistisch, aber weltoffen erzogen. 1926 erregte Wilder mit dem Roman Cabala erste öffentliche Aufmerksamkeit. 1928, ein Jahr, nachdem er durch seinen Roman Die Brücke von San Luis Rey zu einer Figur des literarischen Lebens in Amerika geworden war, veröffentlichte er unter dem Titel The Angel That Troubled The Waters eine Anthologie von Dreiminutenspielen.

In dieser Skizzensammlung, der nicht viel Erfolg beschert war, zeigt sich, wie früh Wilders Absage an das Theater des Naturalismus Ausdruck fand. Wilders Vorbilder waren Pirandello, Theodore Dreiser und Gertrude Stein. Erst das Schauspiel Unsere kleine Stadt, für das er 1938 den Pulitzer-Preis erhielt, etablierte Wilder als Dramatiker.

Vier Jahre später gelang dem Autor mit Wir sind noch einmal davongekommen in weiterer Aufsehen erregender Erfolg, und Wilder wurde auch in Europa berühmt. Am Broadway wurde in den 50er Jahren sein Stück Die Heiratsvermittlerin zu einem Erfolg, der sich um ein Vielfaches steigerte, als die auf Johann Nestroys Einen Jux will er sich machen fussende Komödie 1964 in der Musical-Fassung Hello Dolly! herauskam. Thornton Wilder starb 1975 in Hamden, USA

Am 17. Januar 1860 wird Anton P. Tschechow als dritter Sohn eines Kaufmanns in Taganrog geboren. Sein Grossvater war ein Leibeigener, der sich freikaufen konnte. Der Vater besass einen kleinen Krämerladen. Er wächst in Armut auf. Sein Vater ist streng religiös und sehr autoritär. Nachdem er die Abiturprüfung im Juni 1879 bestanden hat, reist er sofort nach Moskau, um sein Medizinstudium zu beginnen. Ab 1880 erscheinen in Satirezeitschriften häufiger Kurzgeschichten von ihm. Zeitgleich mit der Aushändigung seines Ärztediploms erscheint 1884 sein erster Erzählungsband. Gegen Ende 1884 treten erstmals Lungenblutungen auf. Von 1887 an beginnt Tschechows „Karriere“, nachdem ihm ein zeitgenössischer Schriftsteller „echtes Talent“ bescheinigt hat. Ab 1897 zwingt ihn seine Krankheit, kürzer zu treten. Nachdem er 1900 zum Mitglied der Sektion schöngeistiger Literatur bei der Akademie der Wissenschaften gewählt wird, beginnt er an den „Drei Schwestern“ zu schreiben. Am 2. Juli 1904 stirbt der 44-jährige Tschechow im deutschen Badenweiler, wo er sich einer Kur unterziehen sollte.

In seinem kurzen Leben schrieb Tschechow hunderte von Humoresken und Erzählungen. Seine Einakter und Dramen sind zeitlos und werden immer wieder gespielt, entgegen seinen Befürchtungen „…7 Jahre nach meinem Tode werde ich vergessen sein“.

Infos zum Stück als PDF