Der schiefe Turm von Pisa – 2 Einakter

Produktion

Der schiefe Turm von Pisa
Groteske von Wolfgang Hildesheimer
Die Rache der Frau von P.
Tragikomödie von Johannes Chwalek, Szenen nach Denis Diderot

Galerie

Spielorte: Effretikon, Zürich und Winterthur
Spieldaten: September 2012

Der schiefe Turm von Pisa

Mitwirkende
Verena: Suzanne R. Büchler-Knights
Mäusi: Marion Hüsser
Polizeikommissarin: Ursi Müller
Lucia: Serena Schmid
Polizist: Mario Bertschi
Kellner: Matthias Kleefoot
Blücher: Thomas Kipfer
Friseur: Fabrizio Nardone
Ralf Benrath: Adi Patscheider

Regie: Mägie Kaspar

Stückinhalt
Ein elitäres Ehepaar erwirbt eine Eigentumswohnung mit Aussicht auf den schiefen Turm von Pisa. Dr. Ralf Benrath hat alles perfekt geplant und alle seine Gäste und Angestellten wissen die Exklusivität der Wohnung und die vorzügliche Aussicht auf den schiefen Turm von Pisa zu loben. Doch mitten im Genuss von südländischen Spezialitäten und auserlesenem Klatsch und Tratsch beginnt die snobistische Fassade zu bröckeln und das hoch gepriesene Bauwerk neigt sich unaufhaltsam einer Katastrophe entgegen.
Wolfgang Hildesheimer rechnet in diesem grotesken Stück mit dem Schein und Sein der Gesellschaft ab, ohne dabei den Humor zu verlieren oder schwarz-weiss zu malen.

Die Rache der Frau von P.

Mitwirkende
Marquise – Frau von Pommeraye: Claudia Bolliger
Nathalie, Bedienstete bei Frau von P.:Anna Fischer
Frau Goltz:Ursi Müller
Weiss Colette, Tochter von Frau Goltz:Melanie
Marquis:Denis Perrinjaquet
Pfarrer Picard:Adi Patscheider

Regie: Kathrin Maja Frei

Stückinhalt
Dass Liebe vergehen kann, will Frau von P. nicht akzeptieren. Aber das Verhalten ihres Marquis lässt in ihr Zweifel an seiner Liebe aufkommen. Sie stellt ihn zur Rede und ihr Verdacht wird zur Gewissheit. Sie beschliesst sich zu rächen. Diese von Chwalek 1999 dramatisierte, amüsante Intrige einer beleidigten Frau, nimmt für die Zuschauer seinen kaum erahnten Verlauf.
Friedrich Schiller, der die Originalversion von Diderot ins Deutsche übersetzte, bemerkte zum Geschehen um die Frau von P. und dem Marquis: „Ich sehe hier nichts als eine Verräterei, die nur weniger alltäglich ist; und willkommen sei mir das Gesetz, welches jeden gewissenlosen Buben, der eine ehrliche Frau zu Fall bringt und dann verlässt, zu einer Dirne verdammt – den gemeinen Mann zu gemeinen Weibern.“

Zu den Autoren

Wolfgang Hildesheimer wurde am 9. Dezember 1916 in Hamburg als Sohn jüdischer Eltern geboren. 1926 besuchte er das Humanistische Gymnasium in Mannheim, zwischen 1930 und 1933 die Odenwaldschule in Ober-Hambach. Danach wechselte er zur Frensham Heights School in Farnham, England. Ab 1934 machte er eine Tischlerlehre in Palästina, wohin seine Eltern emigriert waren. Ab 1937 studierte er Malerei und Bühnenbildnerei in London.

1946 begann er eine Tätigkeit als Simultandolmetscher und Gerichtsschreiber bei den Nürnberger Prozessen. Er arbeitete danach als Schriftsteller und war Mitglied der Gruppe 47. Als Dramatiker feierte er internationale Erfolge. Für Aufsehen sorgte eine Rede, die er 1960 anlässlich der Internationalen Theaterwoche der Studentenbühnen in Erlangen unter dem Titel Über das absurde Theater hielt. 1966 wurde ihm der Büchner-Preis verliehen. 1980 hielt Hildesheimer die Eröffnungsrede der Salzburger Festspiele (Was sagt Musik aus). 1984 erregte er mit der Mitteilung Aufsehen, angesichts der zu erwartenden Umweltkatastrophen habe er das Schreiben eingestellt.

Nachdem er sich in Palästina und bis 1950 auch in Deutschland an einigen Ausstellungen beteiligt hatte, ab 1965 zahlreiche Einzelausstellungen veranstaltet hatte und sich auch wieder an Gemeinschaftsausstellungen beteiligt hatte, kehrte er nach dem Ende des Schreibens zu den Anfängen zurück und beschäftigte sich vor allem mit seiner besonderen Art der Collagen; der erste Sammelband erschien 1984: Endlich allein. Ähnliche, auch thematisch verwandte Doppelbegabungen sind im späten 20. Jahrhundert Peter Weiss, Günter Grass, Ror Wolf und Christoph Meckel. Hildesheimer starb am 21. August 1991 in Poschiavo, Graubünden.

Johannes Chwalek, Jg. 1959, lebt und arbeitet als Lehrer in Mainz. Das Stück „Die Rache der Frau von P.“ entstand im Sommer 1999 und wurde im Jahr 2002 vom Deutschen Theaterverlag in Weinheim veröffentlicht.

Weitere Veröffentlichungen des Autors (Auswahl): „Fraglich bleibt das Unerkannte. 50 fiktive Interviews mit Philosophen“. Neckenmarkt/ Österreich 2007; „Drei Rektoren“ Eine Internatsgeschichte. Stolzalpe 2008; „Das Bischöfliche Knabenkonvikt Bensheim“. Erster Teil: 1888-1939″. In: Geschichtsblätter Kreis Bergstraße, Band 44, 2011, S. 86-114; „Otto Lause“ Eine Erzählung“. E-Book-Veröffentlichung bei Amazon, 2012.

Denis Diderot (* 5. Oktober 1713 in Langres (Champagne-Ardenne); † 31. Juli 1784 in Paris) war ein französischer Schriftsteller, Philosoph und Aufklärer.

Mit Jean-Baptiste le Rond d’Alembert war er Herausgeber der grossen französischen Encyclopédie. Er selbst schrieb etwa 6000 von insgesamt 72.000 Artikel der Enzyklopädie. Als Autor von (Bühnen-)Werken hatte er grossen Anteil am Entstehen des bürgerlichen Dramas. In allen seinen gereiften Werken trat er für die Verbreitung des Geistes der Aufklärung, den Atheismus und gegen Aberglauben und Bigotterie ein.

Infos zum Stück als PDF